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Richtig, auf Worte kann ich mich leider nicht verlassen, denn mir wurde, sehr zu meinem Kummer, eine lange, flache, lose Zunge geschenkt, die kaum dazu taugt, beim Kauen das Essen im Mund herumzuschieben. Geschweige denn erlaubt sie mir, kluge, komplizierte, mehrsilbige Geräusche zu erzeugen, die sich zu Sätzen verbinden ließen.
Gesten sind alles, was ich habe. Manchmal müssen sie besonders eindrucksvoll ausfallen, und wenn ich dabei die Grenze zum Melodramatischen überschreite, dann nur, weil mir sonst keine Wahl bleibt, will ich mich klar und wirksam mitteilen und nicht irgendwelche Fragen ernten.
Ich habe mich immer schon fast wie ein Mensch gefühlt. Ich habe immer schon gewusst, dass ich anders bin als andere Hunde. Sicher, ich stecke in einem Hundekörper, aber das ist nur die Hülle. Das Innere ist wichtig. Die Seele. Und meine Seele ist sehr menschlich. Ich bin so weit. Ich bin bereit, ein Mensch zu werden, obwohl mir klar ist, dass ich damit alles verliere, was mich bisher ausgemacht hat.
Denny zum Beispiel: Er ist brillant, wunderbar und so schön anzusehen, wenn er mit den Händen nach etwas greift, einfach nur dasteht, seine Zunge Dinge sagen lässt oder so lange auf seinem Essen kaut, bis es wie eine Paste ist. Erst dann schluckt er es hinunter. Toll, oder?
Ja, erst gefiel es mir gar nicht, wie Eve unser Leben veränderte. Mir gefiel auch die Aufmerksamkeit nicht, die Denny ihren kleinen Händen, ihrem vollen, runden Hintern und ihren hübschen Hüften schenkte. Nicht, wie er in ihre sanften grünen Augen sah, die unter ihren modischen, blonden Haarsträhnen hervorblinzelten. Habe ich sie um ihr bezauberndes Lächeln beneidet, das alles an ihr vergessen ließ, was vielleicht nicht so besonders war? Vielleicht. Weil sie ein Mensch war, im Gegensatz zu mir. Weil sie so gepflegt war. Sie war alles, was ich nicht war.
Zum Beispiel wurde mein Haar oft lange nicht geschnitten, und ich badete auch nicht so häufig. Sie badete jeden Tag und hatte extra jemanden dafür, ihr Haar so zu tönen, wie Denny es mochte. Meine Nägel wuchsen und kratzten über den Holzboden. Sie hatte ständig irgendwelche Feilen, Klippser und Nagellacke zur Hand, um dafür zu sorgen, dass ihre Nägel die richtige Form, Länge und Farbe hatten.
Trotzdem. Obwohl ich durch ihr Eindringen nicht unbedingt glücklich war, hatte sie doch etwas an sich, das verhinderte, dass ich wirklich zornig auf sie wurde. Ich glaube, es war ihr geschwollener Bauch ...
Ja, nimm zum Beispiel das Rennfahren auf nasser Fahrbahn. Echt gefährlich. Fahrer haben Angst vor Regen. Regen verschlimmert die Fehler, und das Wasser auf der Strecke lässt deinen Wagen unvorhersagbare Dinge tun, auf die du reagieren musst. In so einem Moment darfst auf gar keinen Fall zurückschauen! Wer zurückblickt, hat verloren. Das lässt eins zu eins auf das Leben übertragen.
Es ist ein einfaches Konzept, aber doch so wahr: Was du tust, liegt vor dir. Wir schaffen uns unser Schicksal selbst. Ob es mit Absicht geschieht oder aus Unwissen: Unsere Erfolge und Misserfolge sind das Ergebnis unseres eigenen Handelns. Wer die Kontrolle und die Verantwortung übernimmt, kann positiv Einfluss nehmen. Das hab ich von Denny gelernt.
Eine Maschine in solcher Weise zu beherrschen, beweist ein Maximum an Entschlossenheit und Können. Es lässt uns begreifen, dass uns die physikalischen Gesetze dieser Welt nur dann Grenzen setzen, wenn unser Wille schwach ist. Ein wahrer Champion vollbringt Dinge, die ein normaler Mensch für unmöglich halten würde.
Mir ist übrigens gerade noch ein Grund eingefallen, warum ich im nächsten Leben als Mensch wieder geboren werden möchte ...
Ihr Menschen habt oft jemanden an der Seite, der euch die Kraft schenkt, die ihr braucht, um euch nicht von eurem Weg abbringen zu lassen. Das ist einzigartig.
Wie ich und Denny damals, im Rennwagen: Er am Steuer, ich auf dem Beifahrersitz. »Zweimal bellen heißt schneller«, rief er mir zu. Manchmal belle ich heute noch zweimal im Schlaf, weil ich davon träume, wie mich Denny um den Kurs von Thunderhill fährt, und wir legen eine heiße Runde hin.
Denn tief in meinem Herzen bin ich ein Rennfahrer, und ein Rennfahrer wird das bereits Geschehene nie das Bevorstehende beeinflussen lassen.